17×09 – My little Pony

Jetzt sind sie ganz verrückt geworden

Soll es in dieser Ausgabe der Serienrepublik wirklich um My little Pony gehen? Ja sind wir denn kleine Mädchen? 😉 Man könnte es auf den ersten Blick annehmen.. Als ich das erste mal mit My little Pony konfrontiert wurde, war das irgendwann in den 80er Jahren und es handelte sich um fiese chemisch bunte Plastikpferdchen mit riesigen getuschten Augen und wallenden Mähnen, die augenfällig ausschließlich danach schrien, von kleinen Mädchen gebürstet und geflochten zu werden.

Pinkie Pie – Das Party Pony

Doch wirklich

Der Teenager der ich damals war, konnte damit null anfangen und so habe ich das Thema über 20 Jahre lang abgetan als Mädchenkram. Die Serie, weder die alte noch die neue, hatte ich jemals gesehen.

Twilight Sparkle – Auf der Suche nach dem Wesen der Freundschaft

Bis ich dann im Rahmen der Doctor Who Community das erste mal auf Männer stieß, die ganz unverblümt My little Pony Bilder als Profilpics hatten. Zwar nicht mehr die Generation die ich kannte, aber es waren ganz sicher Ableger jener fiesen bunten Plastikwelt, die ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte.

OK. Ich hatte in meiner Jugendzeit auch gelegentlich Abstecher in die Cartoon-Welt der Duck Tales, Darkwing Duck, Gummibärenbande, Schlümpfe und so weiter unternommen. Und manches davon schaue ich mir gerne heute noch an, aber MLP (so kürzen die Fans die Pony Serie ab) gehörte nie dazu.

Fluttershy – Die mit den Tieren spricht

Eines Tages bot sich die Gelegenheit.

 

Alle sonstigen Serien, die ich so schaute, hatte ich durch und ich lief unterhaltungstechnisch trocken. Da entschied ich mich, doch mal herauszufinden, was es mit diesen Ponys auf sich hat. Es muss doch einen Grund dafür geben, dass erwachsene Männer (Bronies) ganz offen zugeben, diese “Mädchenserie” toll zu

finden. Ich besorgte mir also die erste Staffel und begann meinen Ausflug in das fantastische Land Equestria. Das Land in dem Twilight Sparkle, Pinky Pie, Rainbow Dash, Rarity, Fluttershy und Apple Jack ihre Abenteuer erlebten.

Zunächst war ich etwas enttäuscht. Die Serie fühlte sich in den ersten Folgen eher wie die überspitzte Darstellung einer übermoralischen Erziehungsphilosopie für kleine Kinder an. Es ging schwerpunktmäßig darum, dass eine Stubenhockerin (das magiebegabte Einhorn Twilight Sparkle) ihre Bücher zur Seite legen und im Auftrag der Prinzessin dieses sagenhaften Landes, das Wesen der Freundschaft studieren sollte. Das geht natürlich nicht in einer staubigen Bibliothek also machte sie sich gemeinsam mit ihrem kleinen Drachenassistenten Spike auf, um die Ponys der erwählten Heimatstadt Ponyville kennenzulernen.

Rarity – Die Großherzige

Und dann geht es los

Denn diese Ponys sind wirklich sagenhaft konzipierte Charaktere. Die sind überhaupt nicht durchgängig alle blumig, bunt, langweilig gezeichnet und folgen alle dem selben drögen Autorenwurscht sondern man erkennt bei jedem neuen Charakter, den Twilight Sparkle für uns kennenlernt, ein Augenzwinkern und eine spezielle Idee, die hinter der Figur steckt.

Es sind z. B. der chaotische Drache Discord (mit der englischen Stimme von John de Lancie = Q aus Star Trek und der deutschen von Michael Pan = Data aus Star Trek). Oder gefürchtete schwarze Wechselponys die die Welt vampirgleich in Angst, Schrecken oder Verzweifelung stürzen wollen. Oder auch der Vertreter einer völlig anderen TV Show Dr. Whooves (Dr. Who) der anhand seines “Schönheitsflecks” einem Stundenglas gut als “Zeitbegabtes” Pony zu erkennen ist.

Überhaupt, geht es oft um diese Schönheitsflecken. Jedes Pony bekommt automatisch einen, wenn es seine Bestimmung entdeckt hat. Da sind die Apfelbezogenen Flecken der Familie rund um Applejack noch die unspektakulärsten, aber manchmal ist es auch nicht so leicht zu seinem Fleck zu kommen. Dazu haben die jungen Ponys einen eigenen Club gegründet, mit dem Ziel ihre Schönheitsflecken möglichst schnell zu “erzwingen” um dazu zu gehören. Natürlich klappt das nicht so einfach, so trickreich sie dabei auch herangehen mögen.

Rainbow Dash – Sportskanone und Siegertyp

Aber jetzt mal wirklich? Soll ich mir das angucken?

Zunächst: Wir haben uns für diesen Cast tatkräftige Verstärkung besorgt. Maren hat im Rahmen ihres Studiums eine Arbeit über das Thema My little Pony geschrieben und kann uns daher von der theoretischen Seite gut unterstützen. In der Tat bringt sie einige sehr interessante Aspekte ein, sie profitiert hier auch von ihrer Erfahrung zum Start ihrer Berufslaufbahn im Animations- und Zeichenbereich. So ganz auf Felo konnten wir natürlich wieder nicht verzichten, bzw. er hatte doch noch einige Anmerkungen von der Seite querzuschiessen 😉 die uns noch eine weitere Meinung zu unserer eigenen für diesen Cast beschert haben.

Ob “My little Pony” jetzt nun wirklich etwas speziell DEINEN Geschmack trifft, lässt sich schwer sagen, es kann gut sein. Wenn man Felo fragen würde, würde er davon abraten. Fragt man Tim und Tobi oder natürlich Maren, sollte man sich diese Serie auf jeden Fall mal gelegentlich gönnen.

Es hilft wohl tatsächlich nur, unvoreingenommen an die Sache heranzugehen und sich einfach mal die verfügbaren Episoden auf Netflix anzuschauen. Berührungsängste sollte man nicht haben, selbst wenn einem My little Pony nicht gefällt, dann kann man seine Meinung wenigstens objektiv begründen.

Vielen Dank an Maren, Felo und die Zeichnerkumpane für die Mitarbeit an dieser Ausgabe!

Applejack

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pinkies Song:

Interpretation des Kölner Sketch’n’Slurps:


Mit Material von Hasbro

avatar Tobi
avatar Tim
Tim

Tim

Wohnt und arbeitet in Köln.

Geboren: 1976

Bevorzugtes Genre Science-Fiction/Fantasy
Serien Doctor Who, Star Trek, Sherlock, Black Mirror, Adventure Time, Rick & Morty, Boston Legal, Vicious, Family guy, Babylon 5
Filme Herr der Ringe, Star Trek First Contact, Matrix
Schauspieler Benedict Cumberbatch, Ian McKellen, Maggie Smith, Matt Smith

Deutsche Serien sind leider uninspiriert und irrelevant. Das müsste nicht so sein..

Übrigens: Tim könnt ihr auch im Deutschen Babylon5 Podcast Der graue Rat hören. superschwellig..

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