Alter Wein in neuen Schläuchen

Gefahr Will Robinson! (Bild: Netflix)

Lost in Space

Die Serienrepublik entschwindet gemeinsam mit der Familie Robinson aus dem Jahr 2018 in den Weltraum. Auf der Suche nach einer neuen Heimat muss die altbekannte Familie nach nunmehr 2 Remakes in den letzten 50 Jahren nun auf einem abgelegenen Planeten stranden und dort um das Überleben kämpfen.

Altbekannt und doch anders

Den Roboter bringen sie dieses mal nicht von der Erde mit sondern entdecken ihn in Form einer außerirdischen Konstruktion auf dem Planeten. Spannend: Wir wissen nicht welches die Beweggründe des Roboters sind, ob er nicht in der nächsten Sekunde von gut auf böse umschwenkt und alles um sich herum auslöscht. In der Machart gefällt uns dieser Roboter ausgezeichnet, er bringt ein spannendes Element in die ansonsten nicht all zu motivierte Handlung.

Uns gefällt die Produktion, Kulisse und die Schauspielerauswahl wirklich gut. Aber wir hadern etwas mit dem Drehbuch. So wirklich viel unerwartetes passiert nicht. Ein Großteil der Handlung verläuft nach altbekannten Schemata. Das kennt man, das unterhält uns, aber das finden wir doch im Jahr 2018 etwas unambitioniert bei einem so gewaltigen Projekt wie dieser Netflix Neuauflage.

Wir lernen, dass Tobias nicht so gut auf Kinder klarkommt, dass Oli meistens genau weiss was abgeht und Tim doch manchmal etwas länger braucht um bestimmte Dinge zu verstehen! 😉

An den Drehorten gibt es nichts zu meckern, Lost in Space ist toll inszeniert. (Bild: Eike Schroter/Netflix)

Mal wieder Dystopie

Was ist es, was die Zuschauer in der letzten Zeit so stark an dystopischen Zukunftsvisionen fasziniert? Es gibt eigentlich derzeit wenig bis gar keine Science Fiction mehr, die eine positive Zukunftsvision vermittelt. Das fängt beim unsäglichen Star Trek Verschnitt Discovery an und hört beim (zugegeben: grandiosen) Altered Carbon auf. Überall wird gezeigt wie übel alles werden wird

Der Roboter (Bild: Netflix)

und dass die Menschheit ihren Planeten eines Tages zugrunde gerichtet hat. Ja, der mahnende Zeigefinger entgeht uns nicht, allerdings muss man doch auch etwas haben, für das es sich zu leben lohnt. Und unsere Familie Robinson beweist, dass nur einer kleine Minderheit von Menschen (die etwas anzubieten haben) eine utopische neue Welt geboten werden kann.

Wie unsere Welt so ist

Warum legt Hollywood so gerne bereits bekannte Klassiker neu auf? Wir haben uns auch Gedanken gemacht, ob die Kreativen dieser Welt vielleicht keinen Mut oder Ideen für Neues haben. Aber vermutlich geht es um eine Risikominimierung bei hohen Investitionssummen und letztendlich ist die Welt gebrandet. Ob es jetzt um Star Wars, Avengers, Star Trek oder auch Lost in Space geht. Die Menschen nehmen, was sie kennen und darauf setzen die diversen Industrien. Oli bringt den Vergleich ganz gut auf den Punkt: Setzt jemanden in einem beliebigen Einkaufszentrum aus, der wird nicht wissen wo er grad ist, weil es überall gleich aussieht. Immer die selben Geschäfte, wenig individuelles. Eigentlich sehr schade. Aber wir richten uns convenient ein und erwarten auch von den Medien, darauf zu reagieren. Daher: Blockbuster immer aus ähnlichem Guss. Schade eigentlich, dass wir selber nicht mehr Mut und Lust auf Neues haben. Oder doch?!

Aus dem Cast verlinkt

Der Rick and Morty Podcast

Ultraschall einrichten

avatar Oli
avatar Tim
avatar Tobi
Tim

Tim

Wohnt und arbeitet in Köln.

Geboren: 1976

Bevorzugtes Genre Science-Fiction/Fantasy
SerienDoctor Who, Star Trek, Sherlock, Black Mirror, Adventure Time, Rick & Morty, Boston Legal, Vicious, Family guy, Babylon 5
FilmeHerr der Ringe, Star Trek First Contact, Matrix
SchauspielerBenedict Cumberbatch, Ian McKellen, Maggie Smith, Matt Smith

Deutsche Serien sind leider uninspiriert und irrelevant. Das müsste nicht so sein..

Übrigens: Tim könnt ihr auch im Deutschen Babylon5 Podcast Der graue Rat hören. superschwellig..