Der Nussknacker und die vier Reiche

Podwichteln – Alice in Narnia bei den Hungerspielen

Herzlich Willkommen zu einer weihnachtlichen Folge der Serienrepublik, heute geht es auf die Reise durch das Kaninchenloch. Und damit es nicht so einsam ist, begleiten euch Wichtel J und Wichtel S zur Abwechslung gerne dabei und reden ein wenig über die (nicht ganz so) bunte Welt hinter einem hohlen Baum.

Der Nussknacker und die vier Reiche

Mit dem Titel “Nussknacker” verbindet so ziemlich jeder etwas. Sei es die Erzählung “Nussknacker und Mausekönig” von E.T.A. Hoffmann oder aber auch Tschaikowskis Ballett “Der Nussknacker”. Im unbedarftesten Fall hat der Hörer wohl zumindest eine Holzfigur vor Augen, mit deren Hilfe Nüsse geknackt werden können, diese gibt es ja auch in allen möglichen Varianten.

Auch Wichtel J und Wichtel S haben Assoziationen bei dem Titel und so begab es sich, dass wir uns auf den Weg machten, um die US-amerikanische Fantasy-Verfilmung von Lasse Hallström und Joe Johnston anzuschauen. Und auch wenn der Film sowohl auf der Erzählung Hoffmanns als auch auf dem Ballett basiert – heißt es zumindest -, so müsst ihr im Zweifelsfall keins von beiden kennen.

Worum geht es überhaupt?

Es ist Weihnachtszeit und das Mädchen Clara hat vor Kurzem ihre Mutter verloren. Diese hinterlässt ihr als Weihnachtsgeschenk ein mechanisches Ei, das sich nur mit einem Schlüssel öffnen lässt. Auf der Weihnachtsfeier von Claras Patenonkel Drosselmeyer findet sie den Schlüssel, doch eine kleine Maus stiehlt ihn vor ihren Augen und flitzt damit weg. Als Clara der Maus folgt, landet sie in einer anderen Welt. Dort erfährt sie, dass sie die Thronfolgerin ist und die Welt, bestehend aus vier Reichen, kurz vor einem Krieg steht. So schlägt sie sich auf die Seite der Zuckerfee und zieht gemeinsam mit dem (Nussknacker-) Soldat Philip gegen Mutter Ingwer und deren Armee aus Mäusen, nicht zuletzt natürlich, um wieder an ihren Schlüssel zu kommen. Doch nicht nur Clara hat Interesse an dem Schlüssel…

Was denken die Wichtel?

Beide Wichtel sind leider enttäuscht von dem Film. So sind sie sich einig, dass neue Musik hier wirklich nicht notwendig war, stattdessen wären mehr Einlagen von Tschaikowski wünschenswert gewesen. Außerdem fühlten sich beide in unterschiedlichster Weise eher an andere Filme erinnert.

Wichtel J hat quasi schon darauf gewartet, dass der Löwe auftaucht, nachdem Clara durch den Baumstumpf in die verschneite Welt von Narnia…ähm in die vier Reiche tritt. Der Baum selbst erinnert ihn zusätzlich auch an den Kaninchenbau bei Alice im Wunderland. Bezüglich der Schauspieler fand er es sehr schade, dass Morgan Freeman und Helen Mirren kaum Screentime hatten. Dafür waren die anderen Schauspieler seiner Meinung nach fürchterlich überzogen, gerade Keira Knightley als Zuckerfee hat ihn tierisch genervt.

Wichtel S fragt sich hingegen, wo eigentlich die vier Reiche überhaupt waren. Es wird zwar davon gesprochen und die Herrscher werden auch vorgestellt, in Realität gibt es aber nur das Land der Süßigkeiten und “das vierte Reich”. Hier ging viel Potential verloren, um einen wirklich schönen Weihnachtsfilm zu machen mit toller Kulisse der unterschiedlichen Reiche. Was das betrifft, war es ihr auch nicht bunt genug oder besser gesagt, nicht ausreichend gestaltet. Die Darstellung der Figuren um die Zuckerfee herum erinnerten sie an die Aufmachung der Herrscher bei “Die Tribute von Panem”.

Ein weiterer, großer, Kritikpunkt ist auch die Altersfreigabe. Hier sind sich beide Wichtel einig, dass eine FSK0-Freigabe nicht vertretbar ist. So gibt es im Land von Mutter Ingwer durchaus Szenen, die an Horror anlehnen. Seien es ihre Matrjoschka-Clowns, die allerdings allesamt lebendig sind und herumhüpfen – sie klappen auf, ein neuer Clown springt heraus und dann klappt der vorhergehende wieder zu – oder ihre übergroße Porzellanpuppe. Wichtel J fühlte sich bei den Clowns auch an die Masken eines großen Horrorfilms erinnert, außerdem findet er auch die Aktionen der Mäuse teilweise eventuell bedenklich.

Die weitere Handlung

Clara schafft es mit der kleinen Armee der Zuckerfee, ihren Schlüssel von Mutter Ingwer zurückzuholen. Doch als sie damit ins Land der Süßigkeiten zurückkehrt, zeigt die Zuckerfee ihr wahres Gesicht. Sie brauchte den Schlüssel für eine Maschine, mit deren Hilfe sie große Zinnsoldaten aus kleinen Spielzeugfiguren herstellt. Clara ist ihr nun nur mehr ein Hindernis, denn sie selbst will über alles herrschen. Gemeinsam mit Philip und der Hilfe einer kleinen Maus von Mutter Ingwer gelingt die Flucht und fortan kämpft sie auf der Seite der “tyrannischen” Herrscherin, um die Maschine der Zuckerfee wieder außer Betrieb zu nehmen.

Natürlich gibt es hier keine großen Überraschungen, schließlich gibt es eine Vorlage zu dem Film. Ende gut, alles gut und Clara kann auch endlich das Ei ihrer Mutter öffnen.

Empfehlung zum Schluss

Wir möchten euch ein paar Empfehlungen mit auf den Weg geben, denn wir sind uns einig, dass “Der Nussknacker und die vier Reiche” weder als toller Weihnachtsfilm, noch als großartiger Fantasiefilm geeignet ist. So empfiehlt Wichtel S allen, die etwas Fantasievolles sehen wollen, sich “Zauberhafte Tierwesen” anzusehen. Auch für die Weihnachtsstimmung haben beide Wichtel andere Filme, die sie lieber schauen würden.

Das wichtigste zum Schluss: Natürlich wünschen wir euch allen eine schöne Weihnachtszeit und viel Spaß!


Alle Bildrechte: The Walt Disney Company (Germany) GmbH, München

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Podwichteln – The Lobster


Kommt mit uns in den Wichtelwald wo die Tiere leben, die keinen Partner gefunden haben, als sie noch im Hotel waren. Trefft den Esel, der erschossen wird und die Frau, die später ein Pony wird und tanzt mit ihnen zu elektronischer Musik – ABER BLOß NICHT FLIRTEN DABEI!
Lobster - Tierwahl

Welches Tier bist du?

Wir sind Panda, Kamel und Igel und haben die Ehre, in diesem Jahr die Serienrepublik zu bewichteln. Deshalb haben wir eine Folge zu dem Film “The Lobster” aufgenommen und reden über ihn.
Hier müssen wir auch gleich die Spoilerwarnung auspacken! Da ihr den Film aber sowieso schauen solltet, ist das ja nicht schlimm. Einfach weiterhören, wenn ihr das getan habt.

Black Mirror der Film

Bedenkt man die teilweise skurilen und lustigen Szenen in einzelnen Folgen “Black Mirror”, könnte man diesen Film wirklich als eine Art Film zur Serie sehen.
Thematisch und stilistisch hat er alles, was die Serie auch hat: Dystopische Zukunft, Gesellschaftskritik, verstörende Szenen.

Dennoch ist es ein komplett eigenes Werk. Es trägt eine klare Handschrift, die sicherlich beeinflusst ist, aber von keinem Einfluss zu stark geprägt wurde.
Die Dialoge, das Szenenbild, die Farbwahl der einzelnen Shots und vorallem natürlich die Geschichte sind genauestens geplant und nichts ist dem Zufall überlassen.
Der Film macht nicht nur beim ersten mal Spass, aber dort ist er sicherlich am beeindruckensten, denn man hat sehr viele Fragen während des Anschauens.
Nicht, dass sich die Fragen im Anschluss klären würden, aber sie werden doch zumindest teilweise etwas weniger.
Es ist nicht so, dass der Film einen ratlos oder verstört zurücklässt. Er hat trotz des offenen Endes eine Geschichte erzählt, der man folgen kann und auch will, denn sie ist interessant.
Interessanter als Blockbuster Kino, wie wir finden.

Warum Kamele nicht in britische Wälder gehören

Die Prämisse des Films allein ist vermutlich ausreichend, um das Interesse des Zuschauers zu wecken: Es geht um eine Gesellschaft, in der man nicht Single sein darf.
Kommt man in die missliche Lage des Jungesellendaseins, hat man genau 45 Tage Zeit, in einem Hotel, die neue Zwangsliebe seines Lebens kennenzulernen. Andernfalls wird man in ein Tier seiner Wahl verwandelt.

Der Hummer

Umgesetzt wird diese Prämisse vorzüglich. Die Stimme unserer zweiten Protagonistin aus dem Off trägt sicher viel dazu bei, dass man die Handlung überhaupt versteht, doch auch die Bilder und der Subtext
erzählen uns einiges. Ja, sogar die offen gelassenen Fragen erzählen uns etwas und bieten uns einen Film, über den wir noch eine weile nachdenken können werden und die Hörerinnen und Hörer der Serienrepublik
hoffentlich ebenso!

Wir wünschen allen Frohe Weihnachten!